Geschichte
Das heutige Gästehaus Löwen blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Die Ursprünge des Gebäudes reichen bis in die Zeit um 1780 oder 1790 zurück; einzelne Fundamente könnten sogar noch älter sein.
Vom geteilten Anwesen zum Löwen
Ursprünglich bestand das Anwesen aus zwei getrennten Gebäudekörpern, die erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem zusammenhängenden Haus verbunden wurden. Der heutige straßenseitige Haupteingang lag früher vermutlich an einer kleinen Gasse, die beide Gebäudeteile voneinander trennte.
Über viele Jahrzehnte war das Anwesen ein lebendiger Ort im Dorf. Neben Wohnräumen gehörten Stallungen, ein Weinkeller, ein Kaufmannsladen, Fremdenzimmer, eine Dorfkneipe, eine Wirtschaft und eine Metzgerei dazu. Auch der rückwärtige Hofbereich mit angrenzenden Wiesen war einst Teil des Grundstücks.
Heute ist das Gebäude L-förmig angelegt. Die früheren Außenbereiche wurden im Laufe der Zeit neu bebaut und gehören nicht mehr zum Anwesen.
Gasthaus zum Löwen
Eine besondere Bedeutung erhielt das Haus durch die ehemalige Wirtschaft Gasthaus zum Löwen. Sie entstand um 1899 und prägte über mehr als ein Jahrhundert das Dorfleben in Malterdingen.
Christian Wöhrle, Metzger und zuvor Löwenwirt in Heimbach, stellte im Jahr 1899 den Antrag zum Betrieb einer Schankwirtschaft. Nach anfänglichem Widerstand wurde ihm 1900 die Genehmigung erteilt. In den folgenden Jahren wurde der Betrieb schrittweise erweitert: zunächst um eine Schlächterei, später um den Branntweinausschank und schließlich um eine vollwertige Gastwirtschaft. Auch die Beherbergung von Gästen in Fremdenzimmern gehörte dazu.
Zum Löwen gehörten neben dem Wirtschaftslokal auch Keller, Laden, Saalanbau, Wurstküche, Schlachthaus, Stallungen und sogar ein Eiskeller. Das Inventar aus jener Zeit erzählt von einem lebendigen Gasthausbetrieb: Tische und Stühle, Biergläser, Fässer, Geschirr, ein Pianino und zahlreiche Gegenstände für Küche, Metzgerei und Ausschank gehörten zur Ausstattung.
Treffpunkt der Dorfgemeinschaft
Der Löwen war nicht nur Gasthaus, sondern auch Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft. Im rückwärtigen Saal fanden bereits im 19. Jahrhundert Geburtstagsfeiern, Taufen, Hochzeiten und Trauerfeiern statt.
Auch Vereine nutzten Teile des Anwesens: In den 1920er-Jahren diente der Saal zeitweise dem Turnverein Malterdingen als Übungsraum.
Über Generationen hinweg wechselte das Anwesen mehrfach den Besitzer und blieb dennoch ein fester Bestandteil des Ortes. Die Familie Leonhardt führte den Löwen über viele Jahrzehnte, später folgten weitere Eigentümer, darunter die Riegeler Brauerei und die Familie Brucker. Bis 2023 blieb die Wirtschaft Teil des Dorflebens, bis der letzte Wirt in Rente ging.
Behutsam saniert und neu interpretiert
Im Jahr 2022 übernahmen Denise und Stefan Discher das historische Anwesen. Mit viel Respekt vor der Geschichte des Hauses wurde der Bestand behutsam saniert und neu interpretiert.
Aus dem ehemaligen Gasthaus entstand nach und nach ein Gästehaus mit fünf Apartments, einem Büro und verschiedenen Nebenräumen. Durch die Sanierungsarbeiten in der ehemaligen Wirtschaft im Erdgeschoss und das Herausarbeiten historischer Elemente konnte 2026 beispielsweise das Leonardo Loft entstehen.
So verbindet das Haus heute Vergangenheit und Gegenwart: Wo früher Gäste einkehrten, feierten, arbeiteten und wohnten, ist ein Ort entstanden, der die Geschichte des Gebäudes bewahrt, weiterführt und zugleich Raum für Neues schafft.
Gastfreundschaft bis heute
Familie Discher beherbergt Gäste aus aller Welt, die Malterdingen, den Breisgau, den Kaiserstuhl und den Schwarzwald entdecken oder den Europa-Park und Rulantica in Rust besuchen. Dabei ist der besondere Charakter des ehemaligen Gasthauses bis heute spürbar geblieben.
Aus einem traditionsreichen Haus ist so ein moderner Ort der Gastfreundschaft geworden: mit liebevoll eingerichteten Ferienwohnungen, persönlicher Atmosphäre und viel Verbundenheit zur Region. Menschen kommen für einige Tage, verbringen hier ihren Urlaub, besuchen Familie und Freunde oder nutzen das Gästehaus als Ausgangspunkt für ihre Erlebnisse in der Umgebung.
Und damit setzt sich eigentlich nur fort, was dieses Haus schon seit vielen Generationen ausmacht: Gäste willkommen zu heißen und ihnen eine schöne Zeit in Malterdingen zu ermöglichen.
Mit dem Haus verbunden
Denise und Stefan Discher führen das Gästehaus Löwen heute als persönlichen Ort der Gastfreundschaft weiter. Das Familienwappen steht hier als kleiner Hinweis auf die Eigentümerfamilie und die Verbundenheit mit dem Haus.
Malterdingen: Weinort mit langer Geschichte
Auch die Geschichte Malterdingens reicht weit zurück. Funde aus vorgeschichtlicher Zeit und frühe urkundliche Hinweise zeigen, dass der Ort schon sehr lange besiedelt ist. Die erste gesicherte schriftliche Erwähnung wird in das Jahr 1098 datiert; damit gehört Malterdingen zu den traditionsreichen Orten des nördlichen Breisgaus.
Geprägt wurde der Ort über Jahrhunderte von seiner Lage zwischen Rheinebene, Kaiserstuhl und Schwarzwald. Weinbau, Landwirtschaft, Handwerk und die Lage an regionalen Wegen bestimmten das Leben im Dorf. Bis heute ist dieser Charakter spürbar: historische Bausubstanz, enge Gassen, Höfe und Weinberge prägen das Bild Malterdingens.
Zu den markanten Zeugnissen der Ortsgeschichte gehören das Torhaus als Hinweis auf die frühere Befestigung des Marktfleckens und die Jakobskirche mit ihrem weithin sichtbaren Turm. Gemeinsam mit den alten Hofstellen und Gasthäusern erzählen sie von einem Ort, der über viele Generationen gewachsen ist.
Für Gäste des heutigen Gästehaus Löwen wird diese Geschichte unmittelbar erlebbar: Das Haus liegt mitten im historischen Ortskern, nur wenige Schritte von der Hauptstraße, der Kirche und den gewachsenen Strukturen Malterdingens entfernt. Wer hier übernachtet, wohnt nicht nur zentral, sondern auch an einem Ort, der eng mit Dorfleben, Gastfreundschaft und regionaler Identität verbunden ist.
Quelle und weiterführende Informationen: Alemannische Seiten: Malterdingen.
